Sonntag, der 02.02.14 Wort zum Tag
Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat;
wir wollen froh sein und uns freuen an Ihm! Psalm 118:24



Sei ein Realist


von Br. Thomas Gebhardt

Matthäus 26:20-22
Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit den Zwölfen zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da wurden sie sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich?

Manchmal sind wir schon sehr eigenartig. Wir glauben an das Gute im Menschen. Manchmal betrachten wir das Leben eines Menschen und sind der festen Überzeugung, dass dieser Mensch viel besser ist als wir selbst oder viele andere, die wir kennen. Aber wenn wir richtig hinschauen würden, dann würden wir erkennen, dass der andere genau dies über uns denkt. Und trotzdem täuschen sich alle.

Die Nachfolger, Schüler des Herrn Jesus hatten gelernt ehrlich zu sein. Sie hatten erkannt, dass nichts Gutes in ihnen war und das sie zu jeder Schandtat fähig waren. Als der Herr Jesus sagte: "Einer von euch wird mich verraten!" wurden sie alle sehr betrübt.

Warum wurden sie alle sehr betrübt? Weil jeder sich davor fürchtete der Verräter zu sein. Sie kalkulierten also alle diese Möglichkeit ein. Deshalb fragte auch jeder, einer nach dem anderen:

Markus 14:19
...Doch nicht ich? Und der nächste: Doch nicht ich?

Auch Paulus hatte diese Erkenntnis, indem er sagt:

Römer 7:18
Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Selbst wenn wir erkennen würden, was gut und richtig ist, wir würden das Gute nicht vollbringen können. Und ich möchte die Betonung auf das Wort "können" legen. Weil eben nichts Gutes in uns ist, können wir wohl erkennen, was gut und richtig ist, wir KÖNNEN es aber nicht tun. Paulus schreibt das so:

Römer 7:18-.19
...das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich.

Er erklärt uns auch, warum das so ist:

Römer 7:20
Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

Seht ihr, das ist das Problem, die Sünde, die in Dir wohnt, verhindert, dass Du das tust, was richtig oder gut wäre. Um im Bilde von dem zu bleiben, was ich gestern und vorgestern schrieb, die Sünde in dir macht Dich zum Abfall, zu Müll. Der Apostel Paulus seufzt:

Römer 7:24
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?

Er war Realist und kein philosophischer Schwärmer, der an das Gute im Menschen glaubte, und er suchte Befreiung. Suchst auch Du Befreiung, mein lieber Leser? Suchst Du einen Weg herauszukommen aus dieser furchtbaren Lage, zu wissen was gut ist und dennoch nichts tun zu können?

Nun, die Menschen von sich aus suchen keinen Ausweg, aber der Herr Jesus kommt vorbei und nimmt Dich heraus aus diesem Müll, um aus Dir etwas brauchbares zu machen. Dieser Paulus, der sich gerade als elender Mensch sah, der nach Erlösung schrie, sagt:

Römer 8:3-4
Denn was dem Gesetz unmöglich war - weil es durch das Fleisch kraftlos war -, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Paulus zeigt uns, dieser Gott, dem wir dienen, sandte Jesus, damit wir Sieg haben können über die Sünde, damit die von Gott geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde. Jesus Christus in uns ist die Kraft damit wir Gutes tun können, sobald es erforderlich ist, also eigentlich immer.

Paulus wurde in einem Augenblick von einem Bösewicht zu einem Wohltäter. Das kann auch der Herr mit Dir tun.
 
 
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